Ein ganzes Berufsleben ohne eine einzige Bewerbung

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Alwin Emigholz 50 Jahre bei Munderloh – Erster Lehrling der Firma

OLDENBURG Bewerbungen? Die hat Armin Emigholz (65) nie geschrieben. Er ist einfach hingegangen zu Hermann Munderloh, damals, Anfang 1961 – und war kurz danach einer der drei ersten Lehrlinge, die das 1960 gegründete Autohaus Munderloh einstellte. „Der Chef“, erinnert sich Emigholz, „wollte vorher nur meine Eltern besuchen – um zu sehen, aus welchen Verhältnissen ich stamme.“

Der Lehrvertrag wurde per Handschlag geschlossen, und Emigholz fand es bei Munderloh offenbar sehr kommod: Er geht jetzt in den Ruhestand, nach 50 Jahren im gleichen Unternehmen – das, wie berichtet, auch gerade goldenes Jubiläum feierte. „Ich war als Junge fasziniert von Autos“, erinnert sich Emigholz, „und das ist so geblieben.“

Schrauben wollte er, als er anfing. Das machte er auch, in der Werkstatt arbeitete er an Hanomags und Wiking Matadors, an denen man „den Zweitakt-Motor in einer halben Stunde komplett tauschen konnte“. Doch bald schon hatten seine Chefs mit ihm anderes vor; er sollte im Lager aushelfen, das machte er ein halbes Jahr während der Lehre, und dann, ein halbes Jahr nach der Gesellenprüfung, sollte er komplett ins planerische Herzstück des Unternehmens wechseln. Indes: „Ich wollte das nicht“, erinnert sich Emigholz, „ich wollte frei sein – in gewissem Abstand von den Chefs.“

Doch die hatten kein Erbarmen, er fing im Lager an und erkannte, dass die Chefs ihn wohl richtig eingeschätzt hatten: Es machte ihm Spaß. 1973 wurde er Leiter des Lagers an der Cloppenburger Straße, 1990 wechselte er in gleicher Funktion zur Wilhelmshavener Heerstraße und lernte in Wochenendkursen in Stuttgart auch noch EDV.

Ein schöner Beruf, sagt Emigholz heute – vielleicht mit weniger Freiheit als in der Werkstatt, aber sicher mit mehr Verantwortung, und die lernte er zu schätzen. Und die Nähe zu den Chefs? „Das Vertrauen war immer da“, sagt er. Neben ihm nickt Andrea-Bianka Munderloh, heute Chefin. Die hat er schon als Kind gekannt. Familienunternehmen haben eine besondere Bindungskraft, da sind sich beide sicher.

Emigholz sorgte dafür, dass stets alles an Teilen da war, was regelmäßig gebraucht wurde, schaffte Fehlendes in Rekordtempo heran. Stress machte ihm nur die Jahresplanung: „Prognosen müssen ja nicht immer eintreffen“, sagt er. Dennoch lag er stets richtig – nur bei der aktuellen Winterreifenkrise nicht. „Die mitten im Winter eingeführte Pflicht hat dazu geführt, dass Reifen nach Tagespreis verkauft werden – so was hat es in 50 Jahren nicht gegeben.“

Emigholz wird seinen Nachfolger Friedrich Groeneveld über Weihnachten noch mal im Urlaub vertreten, sich ansonsten Frau, Kindern und Enkeln widmen – und dem geliebten GVO (dem er auch schon 35 Jahre treu ist).

Quelle: NWZ

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